Trauerkultur

Bis etwa Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts blieb das Sterben eine Zeremonie im Kreis der Familie. Danach fand es häufig im Verborgenen statt. Die meisten Menschen verbringen die letzten Tage und Stunden ihres Lebens in einem Krankenhaus oder Altersheim. Kaum jemand von uns hat schon einmal einen Sterbenden begleitet oder einen Toten auf die Beerdigung vorbereitet. Allein der Gedanke daran löst Unbehagen aus. Der Tod begegnet uns nur noch in den Medien. Er passiert anderen, er ist etwas völlig Abstraktes. Über den Tod wird nicht gesprochen, er wird absolut ausgeklammert. Die Rituale im Umgang mit einem Toten sind in Vergessenheit geraten.

In den letzten Jahren, vermutlich auch verbunden mit der so wertvollen Hospiz Arbeit, ist vor allem bei uns im ländlichen Raum erkennbar, das das begleiten Sterbender wieder häufiger in der Familie möglich wird. Wir begrüssen diese Entwicklung sehr und unterstützen das auch mit unserer Arbeit.

Wir möchten Sie ermutigen sich mit der Trauerkultur auseinander zu setzen...
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Wie viele Phänomene unseres Lebens ist auch die Trauer Gegenstand der modernen Forschung

Die bekanntesten Theorien zum Thema Trauer stammen von der Psychologin Verena Kast (Trauern. Phasen und Chancen des psychischen Prozesses, Stuttgart 1990) und dem Theologen Yorick Spiegel (Der Prozess des Trauerns. Analyse und Beratung. Gütersloh 1973). Beide Autoren gehen von einem vierphasigen Trauerprozess aus, der, erfolgreich abgeschlossen, in der Akzeptanz des Verlustes und in der Offenheit für neue Beziehungen mündet.

Ein besonderer Moment der Trauerarbeit der Hinterbliebenen ist der Zeitpunkt, an dem sie ihren verstorbenen Angehörigen das letzte Mal sehen. Viele möchten sich im Abschiedsraum oder auf dem Friedhof in stillen Worten von einem geliebten Menschen verabschieden, ihn vielleicht noch einmal in den Arm nehmen. Es ist unsere Aufgabe, alles für diese wichtige Stunde vorzubereiten.